# 008/ Lichte Verbrechen

»Man telegraphierte außerdem, dass in Deutschland verfügt worden war, die auf dem Hoheitsgebiet des Deutschen Reichs lebenden Vers- und Prosadichter bis auf weiteres unter Hausarrest zu stellen. Tatsächlich ergriffen in dieser Nacht und auch noch am darauffolgenden Tag fast alle Länder des Globus, selbst die, die nur schlechte kleine Barden bar jeder dichterischen Sprache hatten, Maßnahmen gegen die Dichter und gegen den bloßen Namen des Dichters.«

(Aus Apollinaires »Der ermordete Dichter«)

Daktylogramm

Texte mit dem Fingerabdruckalphabet von Cristian Forte, nebst Materialien zur Geschichte des Fingerabdrucks.

alfabeto dactilar


Polizeialphabet

Zu Cristian Fortes Alfabeto Dactilar, mit einem Exkurs in Siegfried Kracauers Detektiv-Roman. Ein Essay von Léonce W. Lupette.


innere sicherheit

»wird er feucht beim anblick der flakons? bei musik, die der / kaufhaus-dj auflegt für deinen privaten cash-flow?« Adrian Kasnitz hat vor zehn Jahren die Stadt Köln (»…Köln…«) bis vor den Zaun von Melilla geschleift; mit einer Handvoll Seiten erinnern wir an den verboten guten Band »innere sicherheit«. 


Rohschnitt

»Wer wird denn wie ein offenes Messer / ein Leben lang durch die Landschaft laufen / ohne an Schärfe zu verlieren?« Auszüge aus Ursula Krechels 1983 im Verlag Luchterhand erschienenem Gedichtband »Rohschnitt«.


Man muss ja bloß ansteckend wirken

Jan Kuhlbrodt war für Karawa.net im Verbrecher-Verlag und hat Fragen gestellt. Ein Gespräch über Erich Mühsam und anderes ...


Entfaltung von Maßnahmen

»So ein / Gesetz / Der Erhaltung / Ein Gesetz / Der Erhaltung / Wovon?« Gedichte von Wsewolod Nekrassow, in deutscher Übersetzung von Sascha Wonders und Günter Hirt sowie englischer Übersetzung von Ainsley Morse und Bela Shayevich.


article me

article me von Thomas Havlik


Häuser ohne Besitzer

Er hätte plötzlich ein Messer in der Hand haben können, auf dem Gehsteig, hieß es. Es gibt Ränder, von Lichtern gesäumt. Kubische Gebäude bewegen sich unter Arkaden von Kapoks. Verstorbene Ecken? – Prosagedichte von Régis Bonvicino, übersetzt von Léonce W. Lupette, sowie mit mehrstimmigen englischen Übersetzungen.


Brian Catling - Aureolen

»Über die Trümmer gleiten, selbst in die Asche und das Vakuum.« Gedichte von Brian Catling, übersetzt von Sonja vom Brocke und Norbert Lange. Fotos: David Tolley.


Iain Sinclair - Firewall

»The Poet ist jetzt ein Weinlokal in der Mitre Street & wie würden Ihnen / 6 irischen Austern mit Soda Bread (für £7.80) schmecken? oder / In Algen gebeizter Lachs (für £5.50) mit einer dicken Scheibe Galway / Teeundbrotundbutter?« Gedichte von Iain Sinclair, übersetzt von Jürgen Ghebrezgiabiher und Sven Koch.


The Firewall. Zu Iain Sinclairs Lyrik

Ein Vorwort zu Iain Sinclairs Gedichten. Von Sven Koch


Iain Sinclair: GEISTERMILCH

»Wie kann der Schenkende des Kaufmanns Glück ermessen?« »Ghostmilk« von Iain Sicnlair, übersetzt von Jürgen Ghebrezgiabiher und Sven Koch.


Allen Fisher - gedanken der erträumten kultur ausgetrieben

»Sechsfachraum?« Poetische Fusion aus Allen Fishers Großprojekt Gravity, as a consequence of shape. Übersetzt von Norbert Lange


Sean Bonney - Schäden im Staatsgefüge

Was braucht es »zum übersteigen der anstaltsgrundstrukturen«? Geliehene Elegien und Lehrgedichte jedenfalls bestimmt nicht! – »Schäden im Staatsgefüge« mit Nichtreparaturgarantie von Sean Bonney, übersetzt von Konstantin Ames.


Steven Fowler - Minimum Security Prison Dentistry

»entsaftungsarbeiten/ oder babytausch«? Hier einzelne (gerade so eben jugendfreie) Stimmen des Abwehrzaubergesangvereins von »einschlussingen«, dirigiert von Stephen J. Fowler: »zahnmedizin im offenen strafvollzug« übersetzt von Konstantin Ames.


doggy ASMR

Ist das hier schon das Interludium? Die Hand am Abzug hat jedenfalls Neele Hülcker.


Hund

»Der Hund macht den Jungen ganz verrückt. Knurren tut der ohne Grund. Uwe weißt gar nicht mehr, wo ihm der Kopf steht. – Der Hund muss weg.« – Rose, Goetz, Enkel Uwe und ein fremder Hund, zwei Bäume im Gespräch, Waldeinsamkeit, einer Welt, die nichts für Kinder ist. Wir legen als Beweisstück A vor: Das Skript zum Hörspiel von Sarah Trilsch.


kenner meh doh (unn siwwe annere)

Wie sehr ein Mitmensch die »Flemm hann kann«, was das überhaupt ist, und das darum besser nicht zu viele Worte gemacht werden sollten, sondern Poesie, das veranschaulicht uns Christopher Ecker.


Félix Fénéon - Bulletin

»Gestern abend wurde V. Choine, 15 Jahre, in der Rue Saint-Bon von einer Kugel in den Schenkel getroffen, vermutlich abgeschossen – aber weshalb?« Das Rätsel Fénéon. Übersetzt und eingeleitet von Hans Thill.


Guillaume Apollinaire in der Santé

»Erinnern Sie sich an die Affäre, in die ich verwickelt war? Als Apollinaire zwei Statuetten aus dem Louvre gestohlen hat? Es waren iberische Statuetten ...«


Der ermordete Dichter

»Glückliche Raserei, sagte Tristouse. Sie sind kein Dichter, Paponat, Sie haben Dinge gelernt,  unendlich wertvoller als die Dichtung. Nicht wahr, Paponat, Sie sind überhaupt kein Dichter!?« Zwei Kapitel aus Guillaume Apollinaires »Le Poète assassiné« von 1916, von Meinolf Reul übersetzt und mit einer Einleitung versehen. 


Die Revolten der Belle Epoque

Kurz vor dem Ersten Weltkrieg erschien der Roman »Jesus Schnepfe« des französischen Autors Francis Carco. Wie es dazu kam und wie Gauner und Stricher Figuren dieses dokumentarischen Romans wurden, erzählt Hans Thill.


Jesus Schnepfe

»Am Montmartre habe ich in einem Milieu gelebt, das mir genügend Inspiration für Jesus Schnepfe bot. Damals sagte man schon nicht mehr ›Tunten‹ und ›Luder‹. Diese jungen Leute nannten sich untereinander ›mein Jesus‹.« Das erste Kapitel aus dem Roman Jesus Schnepfe von Francis Carco


Gefährtoskop verzeichnet

»Karten kalenderblatt / Läufig, wir verstehen es / Türoskopisch und gehet / Wegen; In-speak-Tore // Durchschwommen? - Si« - Gedichte und eine Lesung von Thomas Havlik


Drei Epigramme

»Gedichte aus den siebziger Jahren, kurz nach dem Deutsch-Französischen Krieg 70/71«, drei Epigramme aus der zu Zeiten des SED-Regimes nicht in einer Zeitschrift zu publizierenden Sammlung von Michael Gratz.


VerbrecherInnen

VerbrecherInnen von Innen/Die Kunst der Überwachung, 01.12.2014


Vampyrella - Episodes of a Vampire

»Und wenn der Mond am Himmel steht. / Und wenn die Turmuhr zwölfmal schlägt. / Dann kommt die Zeit wo der Vampir erwacht.« Horror von Sophie Reyer.


Doom

»Bleiben wir zusammen, solang wie nur möglich, / so ist es am sichersten für uns alle.« Drei Gedichte des Dichters Gergely Vida, aus dem Ungarischen übersetzt von Orsolya Kalász und Georg Leß


Den geliebten Duft des Verschwundenen

Ich zerkrümle Korridore. / Ich weiß nicht, ob ich die Nacht mag. / Ich weiß nicht, ob ich diesen gestenleeren Spiegel mag / in dem ich mich erkenne / so Königin wie jede Beliebige. – Gedichte von Raquel Fernández, Opfern von Femiziden in Argentinien gewidmet. Übersetzt von Léonce W. Lupette.


Maybe rong

»Ist es die Schuld, nach der die Kirchenatmosphäre riecht, selbst schon für Kinder, die eigentlich noch nichts von diesem Gefühl wissen sollten?« Ein Kriminalspiel mit Herrn Konstantinos und seinen Killern Bagé und Luis von Zé do Rock.



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KARAWA.NET ERSCHEINT ZWEIMAL JÄHRLICH / ISSN 2192-1954


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