# 005/ Babylonische Leiter

»Ist das Chaos das schlechthin Unbestimmte, für Menschen als Grenze ihrer Welt bedrohlich, verführen die Musen, verborgen an der Grenze der menschlichen Lebenswelt, dagegen zu lebensbejahenden Gefühlen. Die Themenbreite ihres Gesangs umfasst vom Kosmos im Ganzen bis zum Menschen Hesiod, vom Anfang bis in die Zukunft schlichtweg alles. Tut sich das Chaos vor aller sprachlichen Prädikation auf, tanzen die Musen in der unerschöpflichen Fülle des sprachfähigen Seins. Kann aus dem Chaos alles entstehen, können die Musen von allem singen (auch Dada? ja, auch davon), indem sie es – als Quelle und als Medium – zur Sprache bringen, das heißt: es in der Sprache entstehen lassen.« (Asmus Trautsch: Musenschrift)

Политику

»Algen gab es da – phrygisch, Pentatonik von Kleinigkeiten, / du warst dir selbst bewusst, und wolltest eine Jacht / vor Anker legen in einem Wasserloch, seine Tiefe / überstieg dich (du hättest dich darin verschluckt).« Für Arkadij Dragomoščenko ist Sprache nichts, das schon immer benutzt und in Besitz genommen wurde, das vorgeformt und präfiguriert wäre. Im Gegenteil, Dragomoščenko betont: Sprache kann nicht besessen werden, denn sie ist immer unvollständig«. »Je est un autre, die Poesie ist immer woanders.« Drei Elegien in drei Sprachen. 


Babylonische Leiter

»Gott ist das Andere, aber Gott gibt es nicht. Es gibt nur diese eine Welt, die nicht zu fassen, nicht einmal zu begreifen ist.« Stefan Ripplinger über William Bronks Gedicht »Civitas Dei«.


Model City

»Als schaute man sich die Gesichter dieser Skelette an und fragte sich warum Totenköpfe immer so grinsen, worüber sie dauernd was zu grinsen haben und dann zu begreifen: Wir grinsen alle immer so, unter unseren Gesichtern.« Die Stadt als Muster. Die Cluster der Stadt: Donna Stoneciphers »Model City«.   


Der gute Gott von Hunspach

Texte von Hans Thill auf Bilder von Jean-Philippe Baudoin


Mission

»die hän s no / im gschpüür / ass er ganz isch / de mensch // ... den Lendenschurz / da unten den / haben wir / angebracht / es kommen ja auch / Kinder her ...«  Alemannische Gedichte von Markus Manfred Jung nebst Vertonung.


Gottesdefinitionen

Sie sind alle wahr, sie sind alle falsch. Gottesdefinitionen von Parmenides über Augustinus, Mohammed, Lacan bis Rimbaud und Udo Lindenberg, zwischen grenzenlosem Meer, Nihil und Schwein. Zusammengestellt von Valère Novarina


Gegenlicht

»Hell die leeren Ranken / am offenen Land / Schleusen Streben Brücken / Metall hebt sich / rote Stämme (kiefernrot) / und Phosphor über Seen Schall« – Ein Gedicht von Barbara Felicitas Tax.


Mud settles

»Sie brauchen Dich, // ihre Bewegung ist feierlich. // Sie legen die Quellen frei / und rufen im Chor.« Anthony Barnetts Gedicht-Sequenz »Mud Settles« (erstmals erschienen 1977).


Green Wood

»Hier gibt’s einen Gott!« / In Walderdbeeren, die sich in Disteln winden, / In Ahornbäumchen, einem Leichentuch auf Lehm, / In Kastanien- und Kirschblüten oberhalb der Baumgrenze« - Drei Gedichte des Kanadiers Bryan Sentes.


PRIMUM MOBILE 10

»LIP SERVICE ist meine Neufassung von Dantes PARADISO. Seine ›Weihnachten des Herzens in Silben‹ verfolgen Dantes thematische Stichworte & Pfade durch zehn konzentrische Planetenkörper, um das gesammelte poetische Rohmaterial einiger Jahre -- über Liebe, erotische Intimität, Gendersozialisierung & den Körper -- zu rechoreographieren. [...]« (Bruce Andrews).


A Test of Poetry

Ist Pfingsten oder sind wir in Babel? Charles Bernsteins Gedicht »A Test of Poetry«, übersetzt in fünf Sprachen: Deutsch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch und Finnisch.


Vom Nachtalpenweg

Mara Genschel / Valeri Scherstjanoiweitere Videos

Beim Laden der Seite ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es in Kürze noch einmal.


Musenschrift

Hesiods Theogonie ist einer der ältesten Texte der europäischen Literatur. Was bedeutet das für das Verhältnis zwischen Dichtung, Schrift und (Götter-)Welt? Ein Essay von Asmus Trautsch.


illuminations

Die beiden Gedichte von Catherine Hales sind Teil ihres bei Veer Books erschienen Bandes feasible stratagems. Eine Aufzeichnung der Buchpremiere von feasible stratagems ist hier zu finden.


Complete Communion

Der Kritiker Meinolf Reul über das Album Complete Communion (1965) von Don Cherry, Gato Barbieri, Henry Grimes und Ed Blackwell, einen Klassiker des Free Jazz.


Ich bin nicht, der ich war

»Große / Mutter / Lebensträgerin / Großer / Vater / Sternenbefruchter /
Nicht Mann / nicht Frau / reiner Glanz / Wurzel der Wurzeln / in nichts verwurzelt« Gedichte von Pedro Favarón



Secondary menu

KARAWA.NET ERSCHEINT ZWEIMAL JÄHRLICH / ISSN 2192-1954


Syndicate content