Francis Carco

Francis Carco wurde 1886 in Neukaledonien geboren als Sohn eines französischen Kolonialbeamten. Seit 1897 lebte die Familie wieder in Frankreich. Nach zunehmenden Konflikten mit dem gewalttätigen Vater machte der eigenwillige Junge die Bekanntschaft einerseits mit dem kriminellen kleinstädtischen Milieu, andererseits auch mit der modernen Poesie von Arthur Rimbaud, Jules Laforgue u.a. Seit 1910 in Paris, zog es ihn v.a. in die Gegend um den Montmartre, dem Milieu der Nutten und jungen Gauner aber auch dem der Pariser Bohème. Befreundet mit Colette und Katherine Mansfield, mit Guillaume Apollinaire und Modigliani, verdiente er sein Geld auch mit Gesangsauftritten in den Nachtbars zwischen Montmartre und Quartier Latin. Im Frankreich der zwanziger und dreißiger Jahre gehörte Carco zu den auflagenstärksten Autoren, er verfaßte Romane, Milieu-Studien und Erinnerungsbücher, wurde Mitgied der Académie Française und der Académie Goncourt.

Die Revolten der Belle Epoque

Kurz vor dem Ersten Weltkrieg erschien der Roman »Jesus Schnepfe« des französischen Autors Francis Carco. Wie es dazu kam und wie Gauner und Stricher Figuren dieses dokumentarischen Romans wurden, erzählt Hans Thill.

Jesus Schnepfe

»Am Montmartre habe ich in einem Milieu gelebt, das mir genügend Inspiration für Jesus Schnepfe bot. Damals sagte man schon nicht mehr ›Tunten‹ und ›Luder‹. Diese jungen Leute nannten sich untereinander ›mein Jesus‹.« Das erste Kapitel aus dem Roman Jesus Schnepfe von Francis Carco

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