Maybe rong

Zé do Rock

 

Konstantinos trinkt ein kaffee an der bar, nimmt sein händi und wält. An der andren seite meldet sich eine fraunstimme.

»Halo?«

So meldet sich man in Brasilien am telefon. 

»Maria?«

»Wollen Sie die hausherrin oder mich?«

»Wer sind denn Sie?«

»Ich bin die putzfrau.«

80% aller brasilianishen fraun heissen Maria. 

»Nein, ich möcht die hausherrin.«

»Das get leider nich. Sie versteen ja, sie is im shlafzimmer. Und sie is nich alein, wenn Sie versteen was ich meine.« 

»Was?????? Das wird sie mir bezalen!«

Auf der shnellstraße get es ser langsam voran. Luis und Bagé stecken im stau. Konstantinos ruft an. Luis nimmt das händi ab.

»Halo«

»Luis?«

»Ja.«

»Hir spricht der Konstantinos. Wo seid ir jetz?«

»In der näe von Interlagos.«

»Was macht ir da?«

»Wir ham noch eine liferung für den Ferreira.«

»Macht das später. Fart jetz zu mir in Lausanne Paulista und legt meine frau und iren libhaber um.«

»Wie war das nochmal?«

»FART ZU MIR IN LAUSANNE PAULISTA UND LEGT MEINE FRAU UND IREN LIBHABER UM, HAB ICH GESAGT!«

»OK, chef. Aber wo is Lausanne Paulista?«

»Du weisst nich wo Lausanne Paulista is?«

»Du, chef, die stadt hat dreitausend stadtvirtel, ich bin kein computer, oder?«

»Lausanne Paulista is gleich nach Santana.«

»Aber du weisst shon, gell chef, Interlagos is ganz im süden, Santana oder dises virtel das du da gesagt hast is ganz im norden der stadt. Das sind vileicht 100 kilometer, das dauert!«

»Macht nix. Tut was ich euch gesagt hab. Wart ir shon mal da, in meiner wonung?«

»Na, war ich noch nich, chef. Und der Bagé, naja, der is ganz neu, du warst noch nich im chef seiner wonung, oder?«

»Nee.«

Konstantinos:

»Also nimm was zum shreiben.«

»OK, chef. Shiess los.«

»Rua dos Rubis, 47. Das is in der näe von der Estacio de Sá.«

»OK, chef. Finden wir shon hin. Und wir sollen deine frau und den libhaber umlegen?«

»Genau.«

»One erklärungen?«

»Was gibts noch da zu erklären?«

»Gut, chef. Wird erledigt. Wo bist du jetz?«

»Ich bin in disem meeting in Rio, dauert noch ein par stunden. Aber dann flig ich zurück, und ich hoff shwer, das ich die beiden nich mer am leben find.«

»Na so was. Vor eim monat hat er noch geshwärmt das sie shwanger geworden is, und jetz sowas.«

»Sowas was?«

»Wir müssen seine frau und den libhaber umlegen.«

»Umlegen? Aber ich dachte meine arbeit war drogen lifern!«

»Is es auch. Aber manchmal muss man dem chef ein par andre kleine dinste erweisen.«

»Aber ich hab noch nie jemand umgelegt!«

»Tja, es gibt immer ein erstes mal. Oder hast du shiss?«

»Naja, was heisst shiss, es is mir shon unangeneem.«

»Komm, du bist aus Bagé, der machoesten stadt in Brasilien, und dir wird shon mulmig?«

»Macho, shon, aber wir sind keine bevölkerung aus 100.000 killern.«

»Bist du vileicht gar nich aus Bagé, sondern aus Pelotas?«

Pelotas is relativ na an Bagé, keine 200 km, aber dise stadt is als die shwulste stadt der welt bekannt. In Brasilien.

»...«

Bagé kann nich an eine antwort denken. Luis fragt:

»Wie is dein richtiger name, Bagé?’«

»Walter. Walter Zelotti.«

»Zelotti is italienish, oder?«

»Ja. Und der vorname Walter is ein name deutshen ursprungs.«

»Gibts in Deutshland auch Walters?’«

»Voll damit.«

»Und wer is italiener in deiner familie? Deine großeltern?«

»Ja, da war jemand.«

»ARSHLOCH!«

»Ah?«

»Nein, ich red mit disem typen da vorn, hat mich sauber geshnitten und nich einmal geblinkt!«

»Naja, sind shon wandalen hir.«

»Ja.«

Inzwishen is Konstantinos am flughafen von Rio angekommen und ruft per händi die beiden an. Leider aber:

»Das bewegt sich überhaupt nich mer!«

»HÄNDE HOCH! KOLE HER!«

»Was is denn da los, mein freund? Wir sind selber gauner!«

»HÖR MIT DEM QUATSH AUF UND RÜBER MIT DEM GELD!«

Trrrrrrrimmmm. Luis:

»Du, kann ich mal kurz den anruf entgegennemen?«

»WENN IR NICH SOFORT DIE KOLE HERGIBT, SHIESS ICH EUCH DAS HIRN AUS DEM SHÄDEL RAUS!«

Trrrrriiiiiiimmmm.

»Na gut, mann. Immer mit der rue. Wo hab ich jetz mein geldbeutel, du, sag mal, kannst du rausgeben?«

»ICH HAB SHON GESAGT NOCH EIN WITZ UND IR SEID ZWEI LEICHEN!«

»Gut, ich se shon, das mit dir nich zu spassen is.«

Bäng. Bäng. Bäng. Luis is shnell.  

Luis:

»Der wird nimand mer ärgern.«

Bagé is grade shweigsam. 

»Kommt shon leute, fart vor, sonst krigen wir noch blutflecken an den reifen!«

Bagé verharrt in seiner shweigsamkeit. Die autokolonne bewegt sich ein par meter. 

Inzwishen sitzt Konstantinos im flugzeug, das grade die höe von 8.000 füßen erreicht hat. Bagé kann inzwishen shon sprechen. 

»Hast du nich angst, das jemand die autonummer aufgeshriben hat?«

»Wozu denn? Die leute sind ja fro, das der hin is. Und wer will shon was mit der polizei zu tun ham?«

»Sollt man den griechen nich anrufen?«

»Wozu?«

»Ja, wir hätten eigentlich shon längst da sein müssen, oder? Wir sind mindestens 2 stunden shon unterwegs seitdem er angerufen hat.«

»Ja, vileicht wars vorher er am telefon. Ruf ihn mal an.«

Bagé ruft an, aber da get keiner dran. 

»Er nimmt nich ab.«

»Wird warsheinlich noch im miting sein.«

»Sag mal, kann man da nich die shnellstraße verlassen und irgendwie über normale straßen faren, vileicht get es da shneller.«

»Nützt nix. Weisst du, Sao Paulo hat über fünf milionen autos, die hälfte is auf den shnellstraßen und die andre hälfte versucht verzweifelt die shnellstraßen zu umfaren.«

»Sauber.«

»Solche probleme habt ir in Bagé nich, oder?«

»Weniger. Könnt man nich mal kurz die shnellstraße verlassen und ein snäck essen? Ich könnt inzwishen ein nilpferd auffressen.«

»Ja ja, ir aus Bagé. Nilpferd essen, sagt ir, und dann shafft ir nich einmal ein ganzen breuler.«

»Ja trotzdem.«

»Gut. Nemen wir irgendwas mit.«

Sie parken ganz in der näe vom bistro, Bagé steigt aus. 

»Also 2 käse-pastel, 2 shrimp-kroketten und 2 fleishtashen, und wenn sie nix davon ham eine kleine pitza und wenn sie das auch nich ham dann 2 salat-cheesburger?«

»Nein. 2 käse-pastel, 2 shrimp-tashen und eine fleish-krokette, und wenn sie das nich ham - ach komm, ich ge mit.«

Luis steigt auch aus. Ein typ, der nich so aussit, als wär er ein bankmänneger, fragt sie ob er auf das auto aufpassen soll. Solche typen gabs vile in Sao Paulo, dafür verlangen sie danach ein bissi geld, so was wie eine oder 2 mark. Luis sit darin kein großen nutzen.

»Du, unser auto is geklaut, wenn das wek is, klaun wir uns ein andres.«

In der kneipe bestellt Luis 2 käse-pastel, die fleishtashen hams nich gehabt, und dann noch 2 große stück pitza, oder hat Luis die hamburger bestellt und Bagé die pitza. Egal, sie kommen zurück zum auto. Bagé merkt es zuerst:

»Das auto is wek!«

»Nee, kann doch nich sein.«

»Doch, der stand zwishen dem Quantum und dem blauen Fiat Uno! Und jetz stet ein rotes auto da, und wir ham kein rotes auto!«

Luis mit vollem mund:

»Ja, das stimmt...ja so ein sheiss. Was machen wir jetz?«

»Du hast gesagt, du kannst autos klaun?«

»Ich? Ich doch nich!«

»Du hast gesagt, das auto is gestolen!«

»Ja das is es ja auch. Aber ich habs nich geklaut, das macht der Petronio in der firma.«

»Ja, was machen wir dann jetz?«

»Wir müssen den griechen anrufen, ihm sagen was passirt is, der wird sich freun!«

»Hast du dein händi dabei?«

»Das hab ich im auto gelassen.«

»So ein mist. Shaun wir mal im bistro.«

Auf dem weg zum bistro treffen sie den autoaufpasser.

»Du bist vileicht ein guter autoaufpasser! Unser auto is wek!«

»Ja? Tut mir leid, aber ich wolltet ja nich das ich aufpass.«

»Mach nur deine sherzchen weiter!«

Im bistro gibts ein telefon, aber nur mit karte. Keiner hat eine karte, und im bistro ham sie grade auch keine, sind blöderweise ausgegangen.

Inzwishen is das flugzeug, wo Konstantinos geflogen is, gelandet, Konstantinos hat den flughafen verlassen, is in sein auto eingestigen und ruft die beiden an, aber der autodib is grade nich ser gesprächig, er antwortet überhaupt nich. 

Inzwishen sind Luis und Bagé 500 m gegangen und nachdem sie ein par kiosks abgeklappert sind one eine telefonkarte zu finden, fanden sie es besser, ein taxi zu nemen, iren auftrag zu erledigen und dann anzurufen, dann ham sie wenigstens eine erfolgsmeldung. Bagé wirkt shon etwas nervös, je näer man sich dem zil durch den stau heranshleicht, und fragt diskret:

»Sag mal, wie vil leute hast du denn shon, so, umgedingst?«

»Weiss ich nich so richtig. Mindestens 9. Aber bei manchen erfärt man dann nich ob sie wirklich hin waren oder nich.«

»Stet aber doch in der zeitung, oder?«

»Du, wenn die über alle morde was shreiben würden, die an so eim tag passiren, wär die zeitung zimlich dick und teuer. Die shreiben nur bei spektakulären morden, wenn es mit 30 axthiben oder 20 opfern auf einmal waren oder so. Und ich kauf nur die Gazeta Esportiva, da stet nur was über sport drin.«

»9 leute. Und den vorhin, den räuber, hast du den mitgezält?«

»Stimmt. Nich mer neun. Zen jetz.«

»Mann o mann, wir sind shon 5 stunden unterwegs!«

Konstantinos kommt zu seim hochhaus. Der wächter erkennt ihn sofort und lässt ihn rein. Offensichtlich hat er ihm nix zu sagen. Komish. Er macht die tür zu seiner wonung aus, sie is ein bisshen unaufgeräumt. Kein mensh im wonzimmer, kein mensh in den shlafzimmern. Von blut keine spur. Konstantinos ruft am internen aparat den wächter an. 

»Halo?«

»Hir spricht der Konstantinos. Weisst du zufällig wann meine frau wek is?«

»Sie is vor halber stunde wek, Herr Konstantinos.«

»War sie aleine?«

»Ja, Herr Konstantinos.«

Inzwishen ham unsere zwei helden auch das hochhaus erreicht. Das hochhaus hat ein garten und dann eine ser hoe mauer. In disem garten gibts ein hoes häuschen mit panzerglas, ein par meter vom eingangstor entfernt. So sind brasilianishe hochhäuser in den großstädten gebaut. Nur die hochhäuser, die als slumersatz gebaut worden sind, ham so was nich. Die leute können sich kein wächter leisten und sind relativ sicher weil nimand ein großes interesse hat, slumbewoner zu beklaun. 

Sie warten im taxi, zimlich na am eingang, das jemand rauskommt. Sie ham weisse hemden und kravatten an, also wird der mensh, der rauskommt und sie gezwungenermaßen reinlässt, kein verdacht shöpfen. Warsheinlich der wächter auch nich. Nur klingeln können sie nich, weil sie dann dem wächter sagen müssen, wen sie besuchen möchten, und der wächter wird oben bei der frau anrufen, und die wird sie nich reinlassen weil sie nich weiss wer sie sind. Sie können ja auch nich ire namen sagen und das sie für den Konstantinos arbeiten, weil dann wird man doch ihm verdächtigen. Alles kein problem, da kommt shon eine frau aus dem hochhaus richtung eingangstor, das jetz gleich für die frau als ausgangstor fungiren wird. Sie steigen aus und kommen zufällig gleichzeitig an, gen rein und rauf. Der pförtner schläft. 

Die wonung von Herrn Konstantinos is im 22. stock. Er stet am balkon, shaut sich die skeilein an und hat grade das händi seiner frau angerufen. 

»Halo?«

»Halo Maria?«

»Ja, shatz, bist dus?«

»Ja. Wo bist du?«

»Ich kauf grad ein. Bist shon zurück?«

»Ja. Und, was hast du heute so gemacht?«

»Ich? Tja, nix besonderes. Ich war in der stadt und hab ein geshenk für den César gekauft, er hat am freitag geburtstag. Und dann war ich bei der Cecilia, die is ein bisshen krank.«

Inzwishen sten Luis und Bagé vor der tür und Bagé hantirt mit dem drat am shloss. Luis gibt die letzte anweisung:

»Also, wir wissen nich was das für ein typ das is, der libhaber. Das heisst, tür aufmachen und auf alles shiessen was sich beweegt.«

»Hat er ein hund?«

»Keine anung.«

Konstantinos fragt:

»Wo is denn die putzfrau?«

»Die Teresa? Die kommt seit einer woche nich, wo bist du mit deim kopf?«

»Aber ich hab hir angerufen, sie hat abgehoben!«

»Das kann doch nich sein, sie is doch shwanger!«

»Shwanger? Und sie heisst nich Maria?«

»Mein Gott, shatz, die Maria, das war doch die vor-vorletzte! Hast du alzheimer oder was?«

»Ja, dann muss ich mich verwält ham... hm, ja, das würde heissen...«

Ssspratsch! Bäng! Bäng! Bäng! Bäng! Bäng! 

»Das reicht shon, Bagé. Es is schon so eine sauerei mit dem ganzen blut. Jetz felt nur noch die frau.«

In dem haus is keine frau, weder unter den betten noch in den shränken. Felt nur noch im balkon, der is groß. Bagé spricht wider:

»HEY LUIS!«

»Was is?«

...

»Was is denn?...Sheis-se! Cheff?«

»Vileicht is er noch am leben?«

»Spinnst du, du hast geballert wie ein berserker!«

»Was machen wir jetz?«

»Shaun wir das wir hir uns vaporisiren!«

Im aufzug sagt Luis noch:

»Der Greguinho findet das garantirt raus, er findet alles raus...«

»Is das der son?«

»Ja.....«

»Was machen wir jetz?«

»Hast du freunde in Paraguay?«

Am telefon fragt Frau Konstantinos widerholt:

»Halo? Shatz?«