»An seiner höchst ureigensten Küste — / Betwixt seiner persönlichst ererbten / „Dreckwüste“ — / Trübt das „Hunnengewissen“ des / Kaptäns Mücke!« - Poesie und Collagen der DADA-Baroness Elsa v. Freytag-Lohringhoven.
»Seine Neigung zur intellektuellen Ketzerei war unbezähmbar, sein rebellischer Eigensinn stets größer als die Fähigkeit zum wohltemperierten Kompromiss«. Michael Braun über Hugo Ball und Bakunin.
Um 1920 wandte sich Hugo Ball verstärkt dem Katholizismus zu. Was steckt hinter der Rückkehr zum Glauben seiner Kindheit? Wie konnte der Dadaist und Wort-Zertrümmerer zur Akzeptanz des starren katholischen Wort-Sinns gelangen? Ein Mailwechsel zwischen Tobias Amslinger und Marcus Roloff.
»Eine junge Schriftstellerin wie ich, fast ein wenig ehrfürchtig vor der ›großen Literatur‹ aber dennoch voller Feuer fürs Lesen stößt auf Ihre ›Polonaise‹ und verbrennt sich das Herz.« Von Mara Genschel.
Aus Hugo Balls »Seepferdchen und Flugfische« (1916) und Kurt Schwitters’ »Cigarren« (1922) hat die israelische Lautpoetin Anat Pick ihr Stück »Cigarrenfische« zusammengesetzt. Vortrag und Partitur.
Wer hört wie Christian Bök (ausgesprochen: Christian Book) die »Seepferdchen und Flugfische« oder den »Zug der Elefanten« performt, wird darin kaum die im Kirchenstile rezitativartig gesungenen Vokalreihen wiedererkennen, von denen Ball in Die Flucht aus der Zeit gesprochen hat.
Der niederländische Lautpoet Jaap Blonk hat sich intensiv mit Hugo Balls Lautgedichten beschäftigt. karawa.net stellt seine Interpretation der »Totenklage« aus dem Jahr 1992 vor.
»Ein Déjà-vu in die Kindheit, verstanden als Folge des lautpoetischen Sprechens, scheint den Charakter und die Funktion der Lautgedichte Balls, über ihre dadaistische Tonspur hinaus, in einen mit ihrer Praxis verbundenen, rituellen Bereich zu versetzen.« Ein Essay von Norbert Lange.
Der Lautpoet Valeri Scherstjanoi spricht mit karawa.net über Hugo Ball und seine russische Übersetzung von »Karawane«, über die mystisch-religiösen Hintergründe der Lautpoesie, und darüber, wie das alles mit dem Futurismus und seiner eigenen Kunst zusammenhängt.
»Ball meets Wittgenstein – da stehen das Unsagbares, der Unsinn und die Mystik zur Verhandlung. Doch der Mensch-Maschine-Sampler kann übers Lautgedicht schnell ins Priestertum umkippen.« Essay von Johann Reißer.
»sehn wächsern aus, buchstabenkönig. scheinen erstarrt zu sein. / zerronnen erst und dann erstarrt zu erz, alleszerschwätzer. / Sie haften im raum, starrer schläfer. halten Sie die fleppen blank!« Von Urs Allemann.
»Sieht man die beiden Arbeitsstrategien der Écriture automatique und der Collage als entscheidende Kriterien für den Surrealismus an, so lassen sich beide unschwer an den Baley-Gedichten erkennen.« Eckhard Faul über die poetische Kollaboration von Hans Leybold und Hugo Ball.
Der paraguayische Lyriker Jorge Kanese äußert sich in einem Brief über
Nähe und Unterschiede seines Schreibens zum Dadaismus und transformiert
ein Gedicht von Léonce W. Lupette.